Fakten der Lohnentwicklung

 

Fakten, von denen eine Lohnerhöhung abhängig ist

 

Unabhängig von der individuellen Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter existieren exogene Faktoren, die wesentlich auf die aktuelle Lohnrunde einwirken.

 

Branchenkonjunktur   -   Nicht allen Branchen geht es gleich gut. Das Baugewerbe dümpelt, die Investitionsgüterindustrie spürt den konjunkturellen Gegenwind, die Finanzbranche ist in einer Jahrhundertkrise, die Uhrenindustrie und der Detailhandel aber generieren Umsätze wie selten zuvor. Folglich variiert die Lohnpolitik unterschiedlicher Branchen wesentlich

 

Sektorprofil 1/2

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Firmenkonjunktur   -   Was für die Branche gilt, trifft auch auf die Firmen zu. Dem Textilmaschinenproduzenten Rieter geht es schlecht: Die Aufträge sind eingebrochen, die Gewinnaussichten katastrophal. Rieter muss auf die Kostenbremse treten, für Lohnerhöhungen ist der Spielraum eng. Swatch hingegen hat den Umsatz sensationell steigern können. Noch selten wurden so viele Luxusuhren hergestellt und verkauft. Die Margen dehnen sich aus, die Lohnsumme kann gesteigert werden.

 

Sektorprofil 2/2

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Branchentradition   -   In den Branchen werden bei Lohnverhandlungen ganz unterschiedliche Rituale gepflegt. Die einen zahlen traditionell einen Teuerungsausgleich. Die anderen gewähren prinzipiell nur leistungsbedingte, individuelle Lohnerhöhungen. Im Bauhauptgewerbe wird der Lohn rituell zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften für die gesamte Branche ausgehandelt, in der Maschinenindustrie ist die Lohnrunde seit je den einzelnen Betrieben überlassen.

 

Lohnpraxis der Firmen   -   Die Lohnpolitik der einzelnen Firmen lässt sich schon gar nicht über einen Leisten schlagen. Nicht wenige Firmen gleichen freiwillig zumindest einen Teil der Teuerung aus. Andere gehen weiter wie die Thermoplan in Weggis LU, die rund fünf Prozent mehr Lohn plus eine individuelle Komponente obendrauf zahlt. Die meisten Industriefirmen halten es jedoch wie die Trybol in Neuhausen SH: Sie erhöhen die Saläre nur individuell und leistungsbezogen. Im Dienstleistungsbereich wird oft zum Ausgleich der Teuerung nur ein einmaliger Betrag ausbezahlt, die Performance des Unternehmens wird mit einem Bonus entgolten. Dauerhafte Lohnerhöhungen müssen individuell erstritten werden.