Neuorientierung

 

Ausbildung lohnt sich –auf alle Fälle

Nicht immer führt der Gang zum Chef zu höherem Salär. Manchmal ist ein Neuanfang die bessere Wahl.

 

Die berufliche Neuorientierung   -   Drei oder gar mehr Berufswechsel im Laufe des Arbeitslebens sind heute durchaus normal. Jedes Berufsfeld bietet mannigfache Möglichkeiten zur Neuorientierung – sei es mit einer eigenen Firma, sei es in einer anderen Branche. Oft ist nicht einmal eine externe Weiterbildung notwendig, eine sorgfältige On-the-job-Einarbeitung genügt. Voraussetzung für eine erfolgreiche Neuorientierung sind das Bewusstsein darüber, was man verändern möchte, und der Wille, beruflich vorwärtszukommen.

 

Der Stellenwechsel   -   Bei Verhandlungen mit einem möglichen Arbeitgeber sollten zwei Dinge beachtet werden. Die eigenen Fähigkeiten, die eine Anstellung rechtfertigen, müssen seriös und praxisnah dargestellt werden. Übertreibungen sind auf jeden Fall zu vermeiden. Wichtig ist vor allem bei Kaderpositionen, dass die eigene Individualität plastisch zum Ausdruck kommt. Bei den Salärverhandlungen soll man klarstellen, dass eine finanzielle Verbesserung unabdingbar ist – vor übertriebenen Forderungen sollte man sich jedoch dringend hüten.

 

Der Branchenwechsel   -   Die Salärunterschiede zwischen einzelnen Branchen sind zum Teil enorm. Ein Banker verdiente 2006 laut offizieller Statistik des Bundesamts für Statistik 8572 Franken pro Monat (Median), ein Angestellter im Gastgewerbe mit gerade mal 3902 Franken nicht einmal die Hälfte. Die besten Löhne kassieren männliche Angestellte, die bei Grossfirmen in der Finanz-, der Pharma- oder der Beratungsbranche in Genf oder Zürich anheuern. Ansehnliche Beträge auf dem Lohnkonto bieten derzeit auch die Informatik, der Grosshandel, die Medizinaltechnik, die Luxusgüterindustrie und der Energiesektor.

 

Die Weiterbildung   -   Gute Qualifikationen sind das beste Argument für einen höheren Lohn. Führungskräfte haben ihr Salär im Zeitraum von 1992 bis 2007 real um elf Prozent steigern können, während sich die Normalverdiener nur um halb so viel verbesserten. Zu überdurchschnittlichen Lohnavancen gehört gemäss Salärexperten aber auch eine hervorragende Ausbildung: Ein Akademiker verdient in der Maschinenindustrie 7480 Franken, ein einfacher Arbeiter muss sich mit 4826 Franken begnügen. Angebracht ist auch eine permanente Weiterbildung – auch in sogenannten Soft Skills wie Kommunikationsfähigkeit, Sozialkompetenz oder Teambildung.

 

Die Laufbahnberatung   -   Sie führt nicht unmittelbar, aber dafür längerfristig mit grösster Wahrscheinlichkeit zu mehr Lohn. Sie könnte der Ausgangspunkt für eine Neuorientierung sein, die eine berufliche Veränderung, den Wechsel des Arbeitgebers oder gar beides mit sich bringt. Voraussetzung ist jedoch der Wille, sich zu entwickeln. Der Verleider am alten Arbeitsplatz wirkt sich dagegen ungünstig aus.